Schlagwort: Kiel

  • Das Un-Erwachen – Shadowrun-Kiel

    Vorwort

    Das Un-Erwachen ist eine Kurzgeschichte im Shadowrun-Universum von Peter Groth und nimmt Bezug auf die Abläufe des Disianischen Krieges. Hauptquelle ist „Schattenload 2026-03 – Der Disianische Schattenkrieg“ Link zum Schattenload

    Diese Hintergrundinformationen gaben mir die Idee, meine Protagonist:innen mal wieder leiden zu lassen. Denen ging es eh viel zu gut.

    Spielen tut sie nach all den vorher geschriebenen Geschichte. Also nach meinen Büchern „Shadowrun Kiel“ und „Shadowrun Kiel – #2“. Beides noch nicht veröffentlicht. Sorry.

    Peter – Pjotr – Groth, Mai 2026


    27. Februar 2010

    Niemand bekam mit, wie ein „Ding“ fauchend im Wald des Segeberger Staatsforstes einschlug. Auch nicht, dass aus diesem „Ding“ weiter kleine „Dinger“ ausgesandt wurden. Heute hätte man verstanden, dass damals Daten gesammelt wurden. Weltweit passierte das. Die wenigen Menschen, die etwas feststellten, wurden nicht gehört. Und kaum ein halbes Jahr später raffte ein Virus, später VITAS genannt, so viele Menschen hin, dass die läppische Ereignisse von vor ein paar Monaten nicht mehr wichtig waren.


    24. Juli 2083 – Kiel

    „Mir ist immer noch schlecht.“

    „Hast du deine Tage?“

    „Nein, Karl. Diese Stürme machen mir zu schaffen.“

    Erstaunt schaute der junge Rigger aus dem Fenster. Zur Abwechslung war das Wetter über Kiel schön. Weiße wunderschöne Wolken, blauer Himmel, die üblichen Möwen und Krähen flogen neben zahlreichen Drohnen und Luftschiffen. Karl musste sich anstrengend, den Blick von dem riesigen Zeppelin abzuwenden.

    „Es, also, es ist schön draußen.“

    „Ja, du Idiot. Es sind die Manastürme. Die sind mal ein Sturm, wie du Klotz ihn kennst und manchmal nur“, die junge Hexe sprang auf, rannte zum Klo und übergab sich geräuschvoll.

    „Also dein Zeug, mit dem du zaubern kannst, dass ist in Aufruhr.“

    Genervt von so viel Ignoranz, rollte Inge mit den Augen und musste sich gleich wieder übergeben.

    Ihr Kom piepte. Nachdem Inge sich den Mund ausgespült hatte, setzte sie sich stöhnend auf ihr Bett und las. „Klara geht es auch nicht besser. Die Zauber wirken auch nicht mehr so, wie sie sie in den Ferien lernen sollen. Ohh!“

    Sie sprang wieder auf und rannte zum Klo.

    „Na, Hauptsache, du bist nicht schwanger.“

    „KARL! Manchmal bist du so ein Idiot! Ich kotze mir hier die Seele aus dem Leib und du denkst an so was.“

    „Lieb hast du mich trotzdem, oder?“

    „Grad viel weniger.“ Sie würgte noch etwas Galle hoch, dann war der Magen leer.

    „Ihr Geister, was ist nur los?“

    „Soll ich dir einen Tee kochen oder Wasser bringen?“

    „Wasser, bitte. Den Tee koche ich mir in meiner Hütte selbst.“

    Sie wankte, ab und an gestützt von Karl, zu ihrer kleinen Hütte im Hof des Mietshauses. Sofort bemerkte sie, dass es nicht nur ihr schlecht ging.

    „Ignis? Was ist mit dir?“

    Ignis, ihr Freund und Feuerelementar, wohnte bei Inge im Ofen. Normalerweise bollerte er fröhlich los, wenn Ingeborg ihre Hütte betrat und ihm etwas mitbrachte. Sie fütterte ihn zum Spaß mit Tannenzapfen oder ähnlichem. Die knallten so schön.

    Nun war der Ofen lauwarm und es glühte auch nicht rot hinter der kleinen Tür hervor. Es sah so aus, als würde im Ofen nur eine Kerze brennen.

    „Ignis, wie kann ich dir helfen?“

    Karl sah sich in der Hütte um. Gandalf saß auf seinem Ast und schlief. So schien es. Irritiert bemerkte Karl, was ihn störte. Gandalf, sonst immer sehr gepflegt, was seine Federn anging, sah nun zerzaust aus.

    „Inge,“ Karl zupfte seiner Freundin am Ärmel, „Gandalf sieht auch nicht so gut aus. Und guck mal da! Dein Hausgeist, der mir sonst gern Streiche spielt, der hängt ganz schön in den Seilen.“

    Inge richtete sich ächzend auf, Karl half ihr. Der Hausgeist mit seinem Hut, lag in seinem Bettchen und war so blass und farblos, wie das Kissen. Wie durchsichtig wirkte er. Gandalf schien beinahe von seinem Ast zu fallen.

    „Oh nein, was mache ich nur?“

    Sie konnte nichts tun. Ihre magischen Kräfte waren so durcheinander, dass sie sich nicht traute, einen Heilzauber zu wirken. Sie kochte Tee auf einem Esbit-Kocher, den sie auf den Ofen stellte. Sie wollte Ignis nicht stören. Ihren Hausgeist streichelte sie, deckte ihn zu und schlief dann selber auf der Couch ein. Karl ging zu sich und durchforstete die Matrix. Freddy bat er auch, sich umzuschauen.

    Inge war nicht allein. Weltweit hatten die sogenannten Manastürme zugenommen. Teils für alle Menschen als tosender Sturm wahrnehmbar, teils nur als Auswirkung für magisch Begabte Metamenschen. Egal, welcher Sturm tobte, Erwachte litten. Sehr.


    26. Juli 2083

    Eine junge Hexe erwachte aus einem unruhigen Schlaf voller Alpträume. Alpträume, die von schmerzlichen Verlusten, von Entkräftung und Machtlosigkeit voll waren.

    Obwohl sie mehrere Stunden geschlafen hatte, fühlte Ingeborg sich, als würde ein Manasturm sie die ganze Nacht durch die Luft geschleudert haben.

    Plötzlich wurde es ihr bewusst! Mana! Sie spürte nichts mehr. Gar nichts. Nur noch ihre normalen Menschlichen Funktionen. Sonst nichts. Die Erkenntnis traf sie, wie ein Bohrer im Zahn ohne Betäubung.

    „NEIN!“ schrie sie verzweifelt hinaus, krallte sich in ihr Laken und weinte laut.

    Ihr Vater sprang herein, gefolgt von Karl. Beide hatten zuvor in der Küche gesessen und beratschlagt, wie sie Inge helfen konnten.

    „Kind! Was hast du?“

    So hilflos, so verzweifelt, so bitter traurig hatten die beiden das Mädchen noch nie erlebt. Ihr Vater und ihr Freund stach es ins Herz. Inge klammerte sich an ihren Vater, der sie hilflos im Arm hielt.

    „Es ist weg. Es ist weg. Alles weg. Ich spüre nichts mehr.“

    „Tochter, was meinst du?“

    „Meine Magie. Sie ist weg. Einfach weg.“

    „Drek!“ fluchte Karl und schluckte hart. Nicht im Ansatz konnte er ermessen, wie es seiner Freundin gehen mochte. Nimm mir die Drohnen und alle Tech weg, wäre es nicht mal halb so schlimm, wie es für Inge sein musste.

    „Ich spüre gar nichts. Überhaupt nichts. Oh nein! Ignis! Gandalf! Mein Hausgeist!“

    Mit wackeligen Beinen stand sie aus dem Bett auf, warf sich eine Jacke über und wankte unsicher zur Tür.

    Als sie die Tür zum Häuschen aufstieß, sah sie es sofort. Der Ofen war leer. Das kleine Bettchen ebenso. „Ignis!“ hauchte Inge. „Ignis! Wo bist du?“

    Bett und Ofen waren kalt und leer.

    „Schau nur, Gandalf liegt wie tot auf dem Kotbrett unter seinem Ast.“

    Vorsichtig hob Karl die schwarze Sturmkrähe vom Brett, wischte vorsichtig etwas Staub und Dreck von seinen Federn, das musste Inge ja nicht auch noch sehen, und reichte den Vogel an Inge, die ihn liebevoll in den Arm nahm.

    „Ich spüre ihn nicht. Sonst hatten wir immer eine Verbindung. Jetzt liegt er hier so kalt.“

    „Kannst du fühlen, ob, naja, ob er noch atmet?“

    Vorsichtig legte sie die Finger auf den Brustkorb des großen schwarzen Vogels.

    „Wenn überhaupt, dann nur ganz leicht. Er ist wie erstarrt. Als sei er eine Puppe.“

    Wieder weinte Inge, beugte sich über den Vogel und krümmte sich wie von starken Krämpfen gepeinigt auf der Couch zusammen.

    Während Inges Vater überlegt, ob er zu Dr. Müller gehen sollte und Karl Inge vorsichtig im Arm hielt, klopfte es zaghaft an der Tür.

    Beide drehten sich zur Tür. Ein Junge stand im Rahmen.

    „Nikodemus, Hallo.“

    „Ha – Hallo.“ Der Junge wirkte unsicher, biss sich auf die Lippen und schaute zwischen Vater und Freund hin und her.

    „Was kann ich für dich tun?“

    „Meine Eltern … sie, sie sind, also, sie sind so komisch.“

    „Komisch? Was meinst du?“

    „Sie bewegen sich nicht mehr.“

    Karl und Inges Vater bekamen große Augen.

    „Sie haben mir mal gesagt, dass ich nicht einen Arzt holen soll, wenn mal was ist. Nun liegen sie da und machen nichts mehr.“

    Der Vater und Karl schauten sich ernst an und Karl erhob sich und nickte Inges Vater zu.

    „Ich gehe rüber und schaue nach. Dann frage ich Dr. Müller. Der kann sich dann auch Inge ansehen.“

    „Mach das, Junge. Ich bleibe hier bei ihr.“

    Die Wohnung von Nikodemus Eltern war wie eine normale Wohnung eingerichtet. Wohnzimmer mit Trid, eine Küche, ein Kinderzimmer und das Schlafzimmer der Eltern.

    „Da ist das Zimmer von Mama und Papa.“

    „Danke, soll ich mal schauen?“
    „Ja. Bitte.“ Nikodemus Stimme zitterte und Karl ging langsam zu den im Bett liegenden Erwachsenen. Blass wie immer lagen sie unter ihren Decken. Vorsichtig prüfte Karl die Atmung. Ach, die müssen ja nicht atmen, fiel ihm dann ein. Ob Vampire Puls haben?

    Da er nichts spürte, außer der Kälte der Haut, deckte er den Vater wieder zu und wandte sich an Nikodemus.

    „Niko, ich glaube sie schlafen momentan ganz fest. Ich gehe mal rüber zu Dr. Müller und frage ihn, ist das Okay für dich?“

    „Hmm, Mama hat immer wieder gesagt, ich soll keinen Arzt holen.“ Die Verzweiflung war Nikodemus anzusehen und zu hören. Er weinte.

    „Gut, dann frage ich ihn nur um Rat. Und du gehst erst mal zu Inge und ihrem Vater, ja?“

    Karl war froh, dass sie Sommerferien hatten. Sonst wären sie in der Schule gewesen und niemand hätte dem Jungen geholfen.

    Sein Handkom piepte. Freddy.

    [Hoi, Chummer. Die Matrix quillt über vor Meldungen, dass die Magie weg ist. Drek, Mann, was ist da los? Und wie geht es Inge? Mondenkind rotiert um noch mehr Infos zu bekommen.]

    [Hoi, Inge geht es übel. Magie ist weg. Ist wohl so, als würde man mir die Tech und dir die Matrix zusammen wegnehmen und auf einer einsamen Insel aussetzen.]

    [Drek!]

    [Jupp, ihre Geister sind auch futsch. Als wären die nie dagewesen. Gandalf ist wie erstarrt. Die Eltern von Nikodemus auch.]

    [Echt? Krasser Scheiß, Chummer! Geb ich mal in Mondenkind weiter. Wir sammeln Infos. Halt die Ohren steif.]

    [So ka]

    Sie liebten es, sich so wie vermeintliche Runner zu unterhalten. Sie hatten damit nur wenig Erfahrung. Meist der Slang, der in Karl Kombat Mage genutzt wurde.

    Bei Dr. Müller musste er etwas warten. Trotz des frühen Vormittages, war schon einiges los.

    „Karl, was kann ich für dich tun? Viel Zeit habe ich nicht. Irgendwas ist heute anders.“

    „Deswegen bin ich hier. Inge hat ihre Magie verloren und ist fertig mit den Nerven. Da hoffe ich, dass Sie mal nach ihr sehen können. Und die Eltern eines Jungen liegen wie erstarrt in ihren Betten. Sie, also, sie sind …“

    Karl tippte in sein Kom, zeigte das Wort Dr. Müller und löschte es gleich wieder.

    Schweigend sah Dr. Müller ihn an. Dann blickte er aus dem Fenster.

    „Karl, was gerade passiert, weiß ich nicht. Es ist heute irgendwann angefangen und mir baut sich erst langsam ein Bild zusammen. Du gibst mir weitere Puzzle-Teile.“

    Dr. Müller blickte weiter aus dem Fenster, griff zum Kaffee und schloss die Augen. Dann sagte er mehr wie zu sich selbst: „Metamenschen, die magisch begabt waren, haben diese Magie verloren. Die kommen zwar her, doch, helfen kann ich ihnen nicht. Die Art, die du beschreibst, scheint in eine Starre zu fallen. Ob sie tödlich ist, kann ich dir nicht sagen.“

    „Drek! Was sage ich Nikodemus?“

    „Ach, Nikodemus? Den kenne ich. War ab und an hier. Das erste Mal, als er lauter Platzwunden hatte. Hatte erst den Verdacht, seine Eltern würden ihn schlagen. Er konnte glaubhaft versichern, dass er von ein paar Jungs verprügelt worden war.“

    „Das stimmt auch. Ich war dabei.“

    „Oh, natürlich warst du dabei.“ Dr. Müller schmunzelte. „Was du alles erlebst, geht auf keine Kuhhaut.“ Dr. Müller dachte nach. „Sage dem Jungen die Wahrheit!“

    „Und die lautet?“

    „Wir wissen nicht, was los ist. Seine Eltern sind nicht allein betroffen und ich komme um sie zu untersuchen, wenn er das möchte. Bisher fehlen mir die Informationen.“

    „Dr. Müller, bitte sofort in Zimmer 4!“ erscholl es aus einem Lautsprecher.

    „Karl, ich muss. Wir sehen uns.“

    „Und was ist mit Inge?“

    „Ach, ja. Bring sie her, wenn es ihr schlechter geht. Machen kann ich allerdings nicht viel, tut mir wirklich leid.“ rief der Arzt noch und eilte aus dem Raum.

    Klara saß bei Inge, als Karl zurückkam. Sie sah ebenso hilflos und verzweifelt aus, wie Inge. Beide beschrieben das Phänomen ähnlich. Sie fühlten keine Magie mehr. Als wäre ihnen ein Teil ihres Körpers, ihrer Seele, ihres Lebens entrissen worden.

    „Und unsere Geister sind auch fort. Einfach weg.“ Klara weinte und putzte sich die Nase.

    Karl berichtete, was Dr. Müller ihm sagen konnte und was Freddy bisher in Erfahrung brachte. Sein Kom zeigte eine Nachricht an.

    [Chummer! Das glaubst du nicht! Alles, was irgendwie magischen Ursprungs war, liegt jetzt flach. Wie tot oder mindestens krank und schwach. Die Leute rufen nun zur Ghul-Jagd auf! Das große Reinemachen nennen sie es. Vampire sind wohl ähnlich betroffen, die haben wir in Kiel wohl eher nicht. Die Stadtreinigung hat festgestellt, dass die Teufelsratten nur noch große normale Ratten sind und schickt alles los, was sie haben. Und, Drek, Mann! Magier und diese Adepten und so, die werden teilweise auch verprügelt. Die haben sogar den Taliskrämer-Laden in Gaarden überfallen. So ein Mist! War Inge nicht mal da? Das geht schnell steil. Passt auf euch auf!]

    [So ka, Chummer. Machen wir. Inge und Klara bleiben erst mal in ihrer Hütte. Die Nachbarn sind soweit freundlich, was die beiden angeht.]

    [Denk an Klaras Mutter, die Trulla war ja schlimm.]

    Karl schluckte und hielt kurz den Atem an. „Inge, Klara, ich muss euch was erzählen.“

    Radio, Matrix und Trid überschlugen sich mit Nachrichten. Das komplette Fehlen der Magie hatte, wie so oft in solchen Situationen, Leute aus ihren Löchern kriechen lassen, die sonst nichts auf die Kette kriegten. Nun fühlten sie sich berufen, allen ehemals magisch Begabten Metamenschen auf die Füße zu treten. Und zwar so richtig. Ghul-Jagden, Vampir-Hatz, Roc-Nester ausrotten und Teufelsratten töten waren nur einige fast positive Beispiele.

    Leider mussten schon wenige Stunden nach Bekanntwerden der Situation, bekannte Schamanistische Leute, Zauberer, Adepten, Druiden und so weiter das Weite suchen.

    Glück im Unglück war, dass gerade Sommerferien waren und viele nicht an ihrer Arbeitsstätte oder zu Hause.

    „Wir müssen überlegen, ob wir euch verstecken müssen.“

    „Warum, Karl? Unsere Nachbarn mögen uns, soweit wir sie kennen.“

    „Ja, soweit wir sie kennen. Und, sorry Klara, was ist mit Klaras Mutter?“

    Beide Mädchen wurden blass.

    „Ich habe eine Idee.“ Inges Vater richtete sich auf und zeigte auf das Haupthaus. „Viele sind gerade in Urlaub. Und die Alten gehen kaum raus. Und wenn, dann hängen sie nur die Wäsche hier im Hof auf.“

    „Papa, was meinst du?“

    „Als ich hier das erste Jahr gewohnt habe, war ich Hausmeister. Und habe den Dachboden oft inspiziert.“

    Die Kinder begannen zu ahnen, worauf er hinauswollte.

    „Momentan ist es dort warm, die Isolation ist gut und Strom gibt es dort auch. Es gibt einen Bereich, der seit Jahren leer steht und eine eigene Tür hat. Wenn auch eine sehr einfache. Wenn es wirklich so kommen sollte, wie du erzählst, Karl, dann könnt ihr dort erst mal untertauchen. Auch wenn mir dieser Gedanke widerstrebt. So ekelhaft können Menschen doch nicht sein, oder?“

    „Och, weißt du.“ fing Karl an und schüttelte traurig den Kopf.

    „Vielleicht eilt es ja nicht, Papa“, Inge schaute ihren Vater an.

    „Das wäre schön.“

    Klaras Handkom vibrierte. Sie las die Nachricht und wurde blass. „Nein, nein! Bitte nicht!“ weinte sie.

    „Was ist?“ Inge nahm sie in den Arm.

    „Mama …“ schluchzte Klara und zeigte Inge die Nachricht. Die schnappte nach Luft und schaute nervös Hilfe suchend zu ihrem Vater und Karl. Zitternd fragte sie: „Wo ist dieser Dachboden?“


    Das Wiedererwachen

    Über zehn Tage dauerte es, bis die Magie auf die Erde zurückkehrte. Erst nur ganz vage, wie ein zartes Streicheln des warmen Windes im Sommer. Dann wie ein Sommerregen und zuletzt, als würde einem ein schwerer Rucksack nach langem Marsch endlich vom Rücken genommen.

    Die Mädchen konnten nach einigen Tagen ihr Versteck verlassen. Inges Vater hatte sie persönlich und möglichst unauffällig versorgt. Karl hatte mit seiner Drohne Verpflegung ins Dachfenster fallen lassen.

    Nikodemus Eltern erwachten aus ihrer Starre und konnten sich an nichts erinnern. Vorsorglich hatte Dr. Müller Blutkonserven, getarnt als Kirschsaft, im Kühlschrank bereitgestellt. Nikodemus weinte lange in den Armen seiner Eltern. Er hatte die Zeit über bei Karl gewohnt.

    Kiel war nun sauberer, wie viele Norm-Metamenschen selbstgefällig grinsend betonten. Ghule hatten nur wenige überlebt. Die wenigen bekannten Vampire waren erschlagen oder gefangengenommen worden. Teufelsratten wurden dezimiert, die Roc-Kolonie auf dem Leuchtturm hatte es arg getroffen und die magisch begabten Metamenschen kamen aus ihren Verstecken.

    Der Ausbruch der Gewalt gegenüber den plötzlich nicht mehr Magiebegabten, forderte zahlreiche Todesopfer. Besonders in den schlechteren Stadtteilen. Waren es dort die Hexen, Schamaninnen, die sonst Hilfe anboten, wenn jemand krank war, wurden diese nun von dem Pöbel verfolgt. Der Pöbel, der sonst nur Alk trinkend Lebenszeit verschwendete.

    Die Magische Abteilung der CAU wurde, eh in der Sommerpause, kurzzeitig geschlossen, Abteilung 7 offiziell aufgelöst, inoffiziell einer anderen Abteilung zugeteilt, damit die Stadtverwaltung sagen konnte, sie hätte aufgeräumt.

    Ab September gab es die Abteilung 7 wieder und an der CAU wurde umfangreich an der neuen alten Magie geforscht.

    „Es fühlt sich gut an und es fühlt sich ganz anders an.“

    „Stimmt, Inge. Es tut gut, wieder Magie zu spüren, wie wieder atmen zu können, nachdem wir zu lange unter Wasser waren. Und nun ist die Luft so anders.“ Klara sah fertig aus. Ringe unter den Augen, schaute sie bleich zu ihrer Freundin.

    Karl hörte den beiden zu und war froh, dass die Zeit des Versteckens vorbei war. Inge hatte er nur auf dem Handkom gesehen und beim ersten echten Wiedersehen hielten sie sich lange weinend im Arm.

    Klara blieb den Rest der Sommerferien bei Inge. Ihr Vater sah sie täglich. Seine bald Ex-Frau hatte er rausgeworfen. Sie hatte Dinge gesagt und vor allem getan, die er nie aussprach und sie der Wohnung verwiesen. Klara hatte nun wieder ein zu Hause. Ohne ihre Mutter.

    Die meisten Nachbarn hatten geflissentlich übersehen, dass Inges Vater unauffällig auffällig oft auf den Dachboden ging. Eine ältere Dame reichte ihm bei eine dieser Gänge leise eine Tasche aus der Tür und schloss sie schnell wieder. In der Tasche waren Lebensmittel und ein Zettel.

    „Wenn ihr Mädchen Hilfe braucht, ihr seid immer willkommen. Gruß Oma Mayer“

    So konnten die Mädchen wenigstens mal duschen und eine richtige Toilette benutzen.

    Einmal verlangten drei Norms Einlass, sie wollten die Hexen suchen. Inges Vater stand anfangs allein im Flur und wehrte sie einsam ab. Als Karl endlich herbeieilte, standen diverse Nachbarn im Treppenhaus und draußen und die drei verpieselten sich rasch. Nicht nur Hansens Schrotflinte machte Eindruck.

    Während der Tage ohne Magie, hatten die beiden Mädchen Alpträume und standen Verlustängste aus, die sie kaum beschreiben konnte oder wollten. Klara brauchte etwas länger für ihre Erholung. Zaghaft, versuchten beide Mädchen, erste Watcher zu beschwören.

    Ignis vermissten beide sehr.

    „Es ist so anders. So eine einfache Tat vorher, so ungelenk fühle ich mich jetzt, will ich ein Helferlein beschwören.“

    „Ja, das stimmt Klara. Und die Astralebene ist auch so zäh. Früher flog ich durch sie, träumte mich durch. Nun fühlt es sich für mich an an, als wäre ich unter Wasser.“

    „Oh ja, hoffentlich vergeht das wieder. Sonst müssen wir über diese primitiven Kom-Dinger reden, wenn ich wieder im Internat bin.“

    Karl runzelte die Stirn. Inge hatte ein recht modernes Kom und auch das vom Internat gestellte und kontrollierte Schul-Kom, war definitiv eine höhere Preisklasse, als Karl bereit wäre zu zahlen.

    „Na, ich geh dann mal rüber zu Freddy. Wir wollten schnacken.“

    „Warte Karl“, sagte Inge, hielt ihn an der Hand während sie aufstand.

    „Danke“, hauchte sie und gab ihm einen Kuss.

  • NoSeRG

    Anmerkung vorweg: 

    Da die DGzRS einfach cool ist und rausfährt, wenn andere reinfahren, wenn man schon nicht mal mehr in der Nähe der See sein möchte, hatte ich den Wunsch, mir zur DGzRS von Shadowrun, der NoSeRG eine Geschichte auszudenken.

    .

    Für die 
    Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger 
    DGzRS

    .

    Keinen Feierabend 

    Klothilde, im besten Fall Chloe genannt, stand am Steuer des NoSeRG-Schiffes und träumte vor sich hin. Der Dienst der Orkfrau war bald rum, sie war müde und zufrieden. Der technische Dienst machte ihr Spaß, die Ausbildung der neuen Helfer lief gut, und die überraschende Überführung einer erkrankten Elfin von einer Ostseefähre lief reibungslos, der ständigen Ausbildung sei Dank. 

    Nun schaute sie auf das glitzernde Wasser. Die Sonne senkte sich langsam gen Horizont und hüllte den Kieler Fernsehturm in gleißendes Licht. 

    “Ja, zurück an Land werde ich mir ein schönes kaltes Feierabendbier”. 

    “MAYDAY! MAYDAY! MAYDAY!” kam es unterbrochen von Knacken und Rauschen aus dem Funkgerät. 

    “THIS IS CARGO SHIP CALYPSO 

    ONE NAUTICAL MILE EAST OF KIEL LEUCHTTURM 

    FIRE ON BOARD TWO INJURED AND” 

    Weiter war nichts auf dem Funk zu hören. Nach kurzem Innehalten und Luftholen tat Chloe nun einige Dinge fast zeitgleich. Sie informierte per Schalter die Crew, ließ sich die Position, die auch übertragen wurde, anzeigen, begann das Schiff auf Kurs zu bringen und meldete bei Bremen Rescue den Einsatz. 

    “Was haben wir?” fragte der Vormann nur. 

    “Feuer an Bord eines Frachtschiffes eine Meile östlich von Kiel Leuchtturm.” 

    “Verstanden. Genug Sprit im Tank?” 

    “Reicht locker bis Fehmarn und zurück.” 

    “Sehr gut. Welche Schiffe sind noch informiert?” 

    Chloe schaute auf ein Display und zählte auf, dass ihr Schiff momentan fast allein war und ein Fischer Kurs auf den Frachter genommen hatte. 

    “Nun meldet die Marine, dass ein Schnellboot ausläuft. Wobei die aus dem Arsenal kommen. Da haben wir reichlich Vorsprung. MET2000 meldet einen Hubschrauber. Alles andere muss gerade erst durch die Schleuse.” 

    “Na danke! Dann lass uns los toben. Bring die alte Dame auf Drehzahlen!” 

    Breit grinsend legte sie den Hebel auf den Tisch. Unter Deck heulten die Motoren auf, spezielle Ruder wurden ausgefahren, die das Schiff ruhig hielten und hinter sich zogen sie eine breite Schaumspur her. Das Rettungsschiff schien zu fliegen. 

    Nach wenigen Minuten wies der Vormann über den Bug auf das Wasser. 

    “Dort sehe ich eine Rauchwolke. Mehr Steuerbord!” 

    Chloe konnte die Rauchwolke nun auch sehen und hielt voll darauf zu. 

    Die übrige Besatzung stand ruhig und konzentriert im hinteren Teil des Fahrstandes. Bent, Polizeianwärter und ganz frisch im Team, sollte eigentlich nur bei der Überführung der kranken Person dabei sein und lernen. Nun ging es zu einer feurigen Rettung. 

    “Das Fischerboot, die ah, die Mathilda, zuckelt langsam in die Nähe. OH DREK! Da springen die ersten von Bord!” 

    Ohne Fernglas konnte sie nicht viel erkennen. Was sie dann problemlos erkennen konnten, war die erst deutlich stärker werdende Rauchwolke, der ein kurzer heftiger Feuerball folgte. Kleinere Trümmerteile, zumindest klein wirkend auf die Entfernung, gingen rund um den Frachter und dem Fischerboot ins Wasser nieder. 

    “Die Mathilda hält weiter auf den Frachter zu. Stur sind sie ja.” 

    “Japp, sind sie. Mein Vater war auch Fischer.” 

    Bent schmunzelte, als er an den ruhigen, ernsten Mann dachte, der ihn oft auf Fang nahm. Einige Male war er dabei, wenn ein Notruf einging. Nicht immer kamen sie rechtzeitig. Immer fuhr sein Vater direkt los, die Netze einziehend und den Kurs auf den Havaristen nehmend. Oft genug naive Freizeitkapitäne. 

    “Bent! Schick unsere Sucher los!” 

    “Sir! Jawohl, Sir!” antwortete der junge Mann nur und tippte einige Befehle. 

    Über ihnen ging eine Klappe auf und zwei Rotordrohnen verließen das Schiff, automatisch nach Metamenschen im Wasser suchend und die Positionen markierend. Bei Bedarf konnten sie sogar kleine Schwimmhilfen abwerfen. 

    Es hatte lange gedauert, bis die NoSeRG Luftunterstützung in Form von Drohnen einführte. Es lag nicht an den Besatzungen. Die nutzten oft schon private Drohnen auf eigenes Risiko. Die Kosten für die Beschaffung und Umbau war für die spendenfinanzierte Organisation einfach eine riesige Hürde. 

    Chloe nahm Schub raus und ließ das Schiff vor dem brennenden Frachter auslaufen. Sie setzte sich zwischen Havaristen und Fischerboot. Die Fischer wiesen in eine Richtung, während zwei der Fischer einen Seemann an Bord zogen. 

    “Dort! Langsam voraus, mehr Backbord. Da schwimmt wer.” 

    “Soll ich unser neues Spielzeug losschicken?” 

    “Ja, Bent. Mach das! Dann halten wir weiter Abstand.” 

    Das neueste Spielzeug war eine spezielle Rettungsdrohne. Es war ein autonom fahrendes Motorboot mit Greifarmen und weiterer Tech an Bord, um Lebewesen jeder Art aus dem Wasser zu bergen. 

    “So, unser Schatzi ist unterwegs.” 

    Der Vormann und Chloe sahen sich nur kurz an und schüttelten grinsend die Köpfe. Sie mochten ihre Rettungsdrohne alle. Schatzi sagte nur Bent. 

    “Der Fischer meldet eine verletzte Person. Sieht keine weiteren.” 

    “Danke, wir übernehmen die gleich. Wir sind schneller zurück in Kiel.” 

    “Gebe ich so weiter.” 

    Chloe sprach wieder ins Funkgerät während Bent die Faust in die flache Hand schlug. “YES! Schatzi hat ihn. Vitalwerte sehen so weit gut aus. Körpertemperatur in Ordnung für das kurze Bad, Anzeichen für eine Rauchvergiftung, weiteres, wenn die Person an Bord ist.” 

    “Danke, Bent. Mach du weiter. Wir suchen alles ab.” 

    Die geborgene Person erwies sich als Zwergin mit Riggerbuchse. Leider sprach sie kein Deutsch und ihr Englisch war rudimentär. So fragten die Retter fast vergeblich nach weiteren Personen. 

    “Hat niemand eine Übersetzung-Soft auf dem Komlink? Drek verfluchter!” 

    “Ah! Da sagst du was.” 

    Wieder war es Bent, der hastig auf seinem Arm rumtippte und dann grinste. “Das könnte helfen.” 

    Er eilte davon. 

    Wenig später kam über Interkom seine Nachricht. 

    “An Bord waren nur drei. Der Kapitän ist entweder noch an Bord oder gesprungen. Das wusste sie nicht. Zuletzt waren alle am Bug. Er könnte Steuerbord das Schiff verlassen haben.” 

    “Danke, schick du dein Schatzi um den Bug, wir umfahren das Heck und treffen uns dann auf der Steuerbordseite.” 

    “Aye Aye, Sir!” Sie hörten, wie er grinste. 

    Bevor sie die Freude aufnehmen konnten, explodierte wieder etwas an Bord und Trümmerteile flogen weit über sie rüber. 

    “DREK! VERFLUCHTER!” 

    “Hier Mathilda, wir drehen ab. Neben uns ist was Großes runtergegangen und irgendwas hat das Netz zerrissen.” 

    “Ja, Mathilda, machen Sie, dass Sie wegkommen! Wir gehen auch gleich auf Abstand. Danke für die Unterstützung.” 

    Neben dem Rettungsschiff klatschte etwas ins Wasser. Die Fontäne ragte bis über den Fahrstand rauf. 

    “Chloe, mehr Schub! Wir umrunden den Havaristen mit mehr Abstand.” 

    “Aye Aye!” 

    “Ich habe was! Das heißt, Schatzi hat was!” 

    Gerade als sie das Heck umrundet hatten und etwas Abstand gewannen, barg Schatzi den Kapitän und zog ihn zu sich an Bord wie sonst Fischer ihre Beute. 

    “Dann Kurs auf Kiel Leuchtturm. Beide. Und zwar schnell!” 

    Bent ließ die Drohne über das Wasser flitzen und das Rettungsschiff nahm zügig Fahrt auf. Einige Verpuffungen trieben ihnen Sorgenfalten ins Gesicht. Weitere Explosionen gab es nicht. 

    “Die Kollegen aus Stein übernehmen die Löscharbeiten, die Feuerwehr und ein Boot der WaschPo sind auch unterwegs. Wir nehmen die Crew des Frachters an Bord und bringen sie nach Kiel. Der Rettungsdienst wartet schon.” 

    “Danke, Chloe, das läuft ja.” 

    Nachdem der Kapitän an Bord war, nahmen sie Kurs auf das Fischerboot und übernahmen den verletzten Seemann. Bremen Rescue wurde informiert, dass laut Aussage des Kapitäns nun alle gerettet waren und die Löscharbeiten beginnen konnten. Die Mathilda fuhr in ihren Heimathafen und in Holtenau übergaben sie die drei Verletzten der Landrettung. 

    “Dann mal auf in den Feierabend.” 

    “Japp! Mein Bier wartet immer noch.” 

    “Oh ja! Das haben wir uns verdient.” 

    Erst, nachdem sie auf der Rückfahrt waren, kamen erste Kameradrohnen und umschwirrten das Schiff. Sie achteten nicht drauf und Cloe nahm etwas Geschwindigkeit raus, um harmloser zu wirken. 

    “Die drek Reporter wieder. Machen sich nicht mal selbst die Hände schmutzig.” 

    Der Vormann nickte und schaute auch genervt auf die Drohnen, die sich um gute Aufnahmen bemühten. 

    Der Wasserstrahl des Polizeibootes schien etwas vom Ziel abzukommen und erwischte eine der Drohnen voll. Sie landete im Wasser. Danach zogen die anderen Drohnen ab, umschwirrten nur kurz das Schiff der NoSeRG und flogen weiter. 

    Bewusst standen die drei still. Ja, sie brauchten gute Presse als Werbung für Spenden. Nein, sie wollten weder als Helden dastehen noch die geretteten Metamenschen im News-Trid sehen müssen. 

    .

    Quellen: 

    https://shadowhelix.de/Norddeutsche_Seenot-Rettungsgesellschaft

    https://www.seenotretter.de

    https://de.wikipedia.org/wiki/Seenotrettungsstation_Laboe

    .

    Der Inhaber dieser Website gestattet die Nutzung oder das Herunterladen von Inhalten dieser Website durch Dritte für die Entwicklung, das Training oder den Betrieb von künstlicher Intelligenz oder anderen maschinellen Lernsystemen („Text und Data Mining“) ausschließlich mit ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung des Inhabers. Ohne eine solche Zustimmung ist es untersagt, die Inhalte für Text und Data Mining zu verwenden. Dies gilt auch, wenn auf der Website keine Meta-Angaben vorhanden sind, die entsprechende Verfahren aussperren, und selbst dann, wenn Bots, die den Zweck haben, die Website zu Zwecken des Text und Data Mining auszulesen, nicht ausgesperrt werden.

    Quelle: Link zu VGSD.de

  • WattnSchiff – Eure lokale Werft

    Werbung

    Hoi, Chummers, Nachbarn und Loide des gepflegten Wassersports.

    Wir von WattnSchiff sind Eure Werft für alles auf, im und unter Wasser. Spezialität sind unsere Hovercraft, wie die Teams aus Kiel bestätigen werden. Ebenso haben wir Expertise für alles was auf dem Wasser schwimmt und seit neuestem Fachleute für alles unter Wasser. Japp, richtig gelesen, bei uns gibt es auch was für die Unterwasserwelt.

    Und das Beste für euch: Wir verkaufen euch die Schwimm- und Tauchgeräte nicht nur, wir tunen und reparieren sie auch.

    Kommt vorbei und schaut selbst. Unser Auftritt in der Matrix befindet sich noch im Aufbau, seid da bitte nachsichtig.

    .

    [Eure Hover sind die besten Hover im NDB! HoverGirl]

    [Die Chummer von WattnSchiff reparieren schnell und zum fairen Preis. KielHoverDienst]

    .

    Quelle zum StartUp WattnSchiff:

    Datapuls Norddeutscher Bund S. 9

  • Die Himmelsscheibe von Nebra

    Eine Kurzgeschichte im Shadowrun-Universum von Peter Groth 

    Die Himmelsscheibe von Nebra 

    Als am vierten Juli 1999 Raubgräber mit Hilfe ihrer Metallsuchgeräte auf die Himmelsscheibe stießen, wussten sie zum einen nicht, was sie fanden. Zum anderen ahnten sie nicht, was für eine Kriminalgeschichte sie damit in Gange setzten. 

    Als im Februar 2002 die Himmelsscheibe mit Hilfe der Schweizer Polizei und dem Landesarchäologen Dr. Harald Meller sichergestellt werden konnte, schien es ruhiger um die Scheibe zu werden. 

    Längst umfangreich untersucht, glaubte man, alles herausgefunden zu haben, was man herausfinden konnte. 

    Dann erwachte die Welt. 

    Inzwischen hat die Himmelsscheibe zwei Diebstähle hinter sich. Versuchte Diebstähle sind es ein paar mehr.

    .

    Kunsthalle zu Kiel 

    Heute. 

    Nebraska schaute sich gelangweilt in der Kunsthalle um. Sie hatte sich nie für Kunst begeistern können. Bilder zu malen war so mittelalterlich. Und was die sogenannten Künstler da auf die Leinwand brachten. Manchmal nur ein paar Farbkleckse und dieser Drek brachte richtig Geld ein. 

    Über die vermeintliche Kunst der Skulpturen wollte sie lieber gar nicht erst nachdenken. Teilweise vermutete sie, dass da echt kranke Geister am Werk waren und sich Künstler nannten. 

    Immerhin gab es auch hübsche Skulpturen aus der Antike. Sportliche junge Männer, leicht bekleidet und der Wachmann da hinten sah auch richtig gut aus. 

    Reiß dich zusammen! schalt sie sich im Geiste. Ein Besucher guckte sie irritiert an. Sie musste laut geschnaubt haben. 

    Den Wachmann ignorierend, schaute sie sich unauffällig nach den sichtbaren und unsichtbaren Überwachungsmitteln um. 

    Ihr Cyberauge, dass als solches nicht erkennbar war, scannte die Wände ab und stellte unter anderem auffällige Temperaturunterschiede fest. In ihrem Headmemory speicherte sie diese Informationen ab. 

    Die AR zeigte nur den üblichen Werbemüll und die Infos zu den Exponaten an. 

    Sie notierte Fluchtwege, Türen, Schlösser, Pausenräume, Reinigungspersonal- und drohnen, und und und. 

    Metzger, der Magier der Gruppe, prüfte das Gebäude erst von außen und dann von innen. Er sah zufrieden aus, fand sie. 

    Eisen-Hans, das wandelnde Kraftpaket und Waffenarsenal lächelte nur müde über die Wachleute. 

    Über seine seriösen Klamotten lächelte er nicht. Die Jeans war in Ordnung. Das Hemd kratzte am Hals, dass er den Kragen am liebsten abgerissen hätte. Eisen-Hans schaute sich ausschließlich die Wachleute, den Überwachungsraum und den Pausenraum an. Die Räume waren natürlich nicht frei zugänglich. Immer, wenn jemand den Raum betrat oder verließ, warf er einen Blick hinein. So bekam er bald einen Eindruck der zur Verfügung stehenden Sicherheits-Tech. Standard. Nichts besonders. 

    Im Quartier 

    Zurück im Quartier besprachen sie ihre Erkenntnisse. 

    “So, Chummers, was wissen wir?” fing Nebraska an. 

    “Magisch ist die Kunsthalle kaum gesichert. Watcher patrouillieren außen um das Gebäude. Nachts auch im Gebäude. Ich konnte keine Auslöser für Elementare oder ähnliches entdecken.” 

    “Sehr gut. Die Wachen?” Auffordernd sah sie Eisen-Hans an. 

    “Drek! Die sind langweilig. Keine Herausforderung. Stehen oder sitzen gelangweilt herum. Haben Betäubungswaffen und Knüppel. Viele Rentner. Museum halt.” 

    “Sehr schön. Die Überwachungs-Tech ist auch unterer Standard. Offen sichtbare Kameras, hier und da versteckte Kameras und einige Sensoren konnte ich entdecken. Die sind mit Sicherheit für die nächtliche Überwachung.” Nachdem sie kurz Luft geholt hatte, führte sie weiter aus. 

    “Kommen wir zur Nachtwache. Was wissen wir darüber?” 

    “Askennen konnte ich, dass normalerweise nur zwei Wachleute in der Nacht Dienst schieben. Seit die Himmelsscheibe vor Ort ist, sind es drei. Die Säule, auf der die Himmelsscheibe ausgestellt ist, hat eine magische Sicherung, die auch über Tag zum Teil aktiv sein dürften. Der Glaskasten über der Himmelsscheibe scheint nur Glas zu sein.” 

    “So ka. Nachts sind also keine Besucher und wenig Wachen vor Ort, allerdings sind die Sensoren aktiv. Können wir diese hacken?” 

    “Wenn wir ins Gebäude kommen, dann ja. Die gesamte Tech ist nicht mit der Matrix verbunden. Drek, ey! Die haben nicht mal einen Zugang für Gäste. Das ist so Oldschool.” 

    “Ach ja, die ADL und ihr Neuland. Herrlich.” grollte Nebraska. 

    “Wie wäre es, wenn wir den Diebstahl bei Tage ausführen?” 

    Einige lange Augenblicke sagte niemand der Drei etwas. So verrückt der Vorschlag klingen mochte, so interessant konnte er sein. 

    “Du meinst …“ 

    “Genau, den Schutz der Besucher ausnutzen. Die Ablenkung der Wachen. Die reduzierten aktiven Systeme. Vielleicht bekommen wir die Kleidung der Wachleute oder stellen die Putzkolonne dar.” 

    “Oder beides.” ergänzte Metzger nachdenklich. 

    Kunsthalle zu Kiel 

    “Ist Ihnen nicht gut, der Herr?” Besorgt schaute der Wachmann zu dem schwankenden Mann. 

    “Nein, geht schon. Danke.” Unsicher lächelte der Angesprochene dem Wächter zu, um dann fast in die Knie zu gehen. “Oh, mein Kreislauf. Ich habe wohl zu wenig getrunken.” 

    Andere Besucher schauten den Mann irritiert an. 

    Da passierte es. Torkelnd und nach Halt suchend stützte er sich gegen einen Glaskasten. Dieser war nicht für Belastung gemacht und verschob sich. Ein weiteres Abstützen, etwas magische Unterstützung und der Kasten gab nach. 

    Laut klirrend und scheppernd fiel er in tausend Scherben in sich zusammen. 

    “Ich blute! Hilfe!” rief der schwankende Mann. Er war neben der Säule, die unter dem Glaskasten war, zusammengesunken.  

    “Ich kann helfen!” rief eine junge Dame in gehobener Kleidung und hockte sich neben den Verletzten. Dieser schüttelte sich wie in einem Krampfanfall und stieß die helfende Dame gegen die Säule. 

    “Huch!” rief sie noch, da kippte die Säule und die darauf liegende Bronzeplatte fiel. 

    “Hab sie!” grollte der kräftige Wachmann, der dem ersten Kollegen zu Hilfe kam und grinste stolz. 

    “Pass bloß drauf auf! Gibt richtig Ärger, wenn da auch nur ein Kratzer drankommt. Ich ruf einen Krankenwagen und den Chef.” 

    “Geht klar.” kam prompt die Antwort und der Wachmann wickelte die Bronzeplatte in ein Tuch ein. Inzwischen waren sie von den wenigen Gästen umringt und unsicher stand der kreidebleiche Mann auf und ging zum Ausgang. 

    “Ich muss was trinken. Dringend”, stammelte er. 

    “Kommen Sie!” 

    Zu dritt drängten sie sich durch die Gaffenden und ein Mann mit Besen und Schaufel fing an, die Scherben aufzufegen. 

    Noch während die Scherben aufgeklaubt wurde, wurde er gefragt, wo denn nun der kranke Mann sei. 

    “Weiß nicht. Kam eben erst.” 

    “Und WO ZUR HÖLLE IST DIE HIMMELSSCHEIBE?” 

    “Weiß nicht, kam eben erst.” 

    “DREK! ALARM!” brüllte der Wachmann in sein Funkgerät und rannte zum Ausgang. 

    Da wurde es in der Halle etwas dunkler. 

    “Was ist denn jetzt?” rief er quer durch den Saal. 

    Ungerührt fegte der Reinigungsmann die Scherben auf. “Weiß nicht.” 

    Ein anderer Wachmann kam aus dem Pausenraum. 

    “Wir haben Stromausfall. Alles tot. Im Wachraum auch.” 

    “DREK! Ruft die Polizei! Schnell! Und riegelt alles ab!” 

    Währenddessen richtete der Reinigungsmann die Säule auf, putzte sie gründlich ab und fegte die großen Scherben auf. Um die kleineren konnten sich die Reinigungsdrohnen kümmern, die er nun losschickte. 

    Am Hinterausgang hielt ihn niemand auf. So entsorgte er die Scherben in einem Glascontainer. 

    Zwei Stunden später. 

    “Die haben das schlau eingefädelt und an alles gedacht. Dass muss ich schon sagen.” 

    Die Kriminalpolizisten schaute sich die ersten Ergebnisse an. Himmelsscheibe weg, Verdächtige weg, Spuren weg. 

    “Ja, stimmt. Der falsche Reinigungsmann hat sämtliche Spuren abgewischt und die wenigen Blutstropfen,” etwas verächtlich betonte er das Wort, “waren Kunstblut.” 

    “Genau. Und die Reinigungsdrohnen waren so präpariert, dass sie die kleineren Scherben ebenso gereinigt haben. Alles quasi durchgespült.” 

    “Ja. Und selbst im Glascontainer hat es eine Reinigungsexplosion gegeben. Sowas habe ich echt noch nicht erlebt.” 

    “Und damit es nicht zu einfach wird, sind sämtliche Aufzeichnungen gelöscht. Der falsche Wachmann, angeblich eine spontane Unterstützung aus einem anderen Museum, hat es erfolgreich geschafft, dem alten System einen Virus einzuschleusen. Nichts mehr da. Das System ist wie leergefegt.” 

    “Die Täter sind seelenruhig durch das Restaurant gegenüber, runter ans Wasser, rein in ein Boot und weg.” 

    “Da setzen wir an! Ganz Kiel ist so überwacht, da müssen die auf irgendwelchen Kameras auftauchen.” 

    “Ist schon veranlasst.” 

    “Lassen Sie auch unsere Zauberwirker los. Dieses Bronzeding sollte ja zu finden sein.” 

    “Jawohl.” 

    Vergeblich. Zum einen rückten nur wenige ihre Kamera-Daten raus und zum anderen zeigte ein Video des Restaurants, wie sich das kleine Motorboot kurz nach dem Ablegen in Luft auflöste. 

    Dietrichsdorf 

    In einer kleinen Wohnung in Dietrichsdorf stießen drei Personen auf ihren Coup an. Erfolgreich hatten sie ihren ersten größeren Run gemeistert und damit den Grundstein für ihre Reputation gelegt. Auf dem Tisch lag die schwere Bronzeplatte in einem speziellen Koffer und somit für die drei nicht sichtbar. Dass war ihnen egal. 

    Zufrieden schickten sie ihrer Schmidt die Erfolgsmeldung. Die Antwort ließ nicht auf sich warten. Noch am gleichen Abend wurde die Himmelsscheibe von Nebra auf dem Parkplatz eines Einkaufscenters gegen einige Credsticks getauscht. 

    “Glückwunsch an Sie drei. Das haben Sie erfolgreich gemeistert. Sollte ich wieder etwas in dieser Gegend zu erledigen haben, dann frage ich Sie.” 

    Mit diesen Worten verschwand Frau Schmidt und die Feier ging erst richtig los.

    .

    Der Inhaber dieser Website gestattet die Nutzung oder das Herunterladen von Inhalten dieser Website durch Dritte für die Entwicklung, das Training oder den Betrieb von künstlicher Intelligenz oder anderen maschinellen Lernsystemen („Text und Data Mining“) ausschließlich mit ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung des Inhabers. Ohne eine solche Zustimmung ist es untersagt, die Inhalte für Text und Data Mining zu verwenden. Dies gilt auch, wenn auf der Website keine Meta-Angaben vorhanden sind, die entsprechende Verfahren aussperren, und selbst dann, wenn Bots, die den Zweck haben, die Website zu Zwecken des Text und Data Mining auszulesen, nicht ausgesperrt werden.

    Quelle: Link zu VGSD.de

  • MTFH – Marinetechnische Fachhochschule zu Kiel

    Werbung

    Du suchst ein praxis- und fachbezogenes Studium aus der Praxis für die Praxis?

    Du liebst das Wasser? Du bist gern am Meer? Alles, was mit Marine und Schifffahrt zu tun hat, war schon immer deins?

    Dann schaut dir unsere Studiengänge an der MTFH an.

    Kiel, Heimathafen diverser Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Standort der Howaldtswerke, der Marine der Bundeswehr und MET2000 und der Hafen zur Ostsee bietet dir unzählige Möglichkeiten, dein Wunschstudium zu finden.

    Nutze auch gern unseren Matrix-Auftritt und besuche uns vor Ort bei den Jobmessen und an unseren Informationstagen.

    Willkommen an der MTFH zu Kiel.